Die Überbrückungshilfe kann für kleine und mittelständische Unternehmen, die von der Corona-Krise betroffen sind, seit dem 08.07. bis zum 31.08.2020 u.a. durch Steuerberater beantragt werden. Unterstützung wird bei Fixkosten wie z.B. Mieten oder Personalaufwendungen gewährt – gestaffelt nach dem Umfang der jeweiligen Umsatzeinbußen. Das zweistufige Antragsverfahren erfolgt auf digitalem Weg.

Um von der Corona-Krise betroffene Unternehmen und Freiberufler zu unterstützen, hat die Bundesregierung am 12.06.2020 ein Überbrückungshilfe-Programm beschlossen, durch das in den Monaten Juni bis August 2020 ein Zuschuss zur Existenzsicherung gewährt werden soll.

Ausgestaltung der Überbrückungshilfe

Die Bundesregierung möchte durch die Überbrückungshilfe kleinere und mittelständische Unternehmen (max. 43 Mio. € Bilanzsumme und max. 50 Mio. € Jahresumsatz), die von der Corona-Krise betroffen sind, bei ihren monatlich entstehenden Fixkosten entlasten.

Gefördert werden können laufend entstehende und behördliche je Branche definierte Fixkosten. Die Überbrückungshilfe erstattet

  • 80 % der Fixkosten bei mehr als 70 % Umsatzeinbruch,
  • 50 % der Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch zwischen 50 % und 70 % oder
  • 40 % der Fixkosten bei einem Umsatzeinbruch zwischen 40 % und unter 50 %.

Der Umsatzeinbruch ermittelt sich jeweils im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Förderfähig sind laufende Aufwendungen wie z.B. Mieten, Zinsaufwendungen für Leasing oder Kredite, Kosten für Instandhaltung und Wartung, Strom, Gas, Wasser etc. sowie Versicherungsaufwendungen und Personalaufwendungen, für die keine Kurzarbeit beantragt wurde.

Maximal beträgt der Zuschuss für drei Monate für Unternehmen mit bis zu fünf Beschäftigten 9.000 €, mit bis zu zehn Beschäftigten 15.000 € und mit mehr als zehn Beschäftigten 150.000 €.

Diese maximalen Erstattungsbeträge können nur in begründeten Ausnahmefällen überschritten werden. Ein begründeter Ausnahmefall liegt vor, wenn die Überbrückungshilfe auf Basis der erstattungsfähigen Fixkosten mindestens doppelt so hoch läge wie der maximale Erstattungsbetrag. In diesen Fällen bekommt der Antragsteller über den maximalen Erstattungsbetrag hinaus die hierbei noch nicht berücksichtigten Fixkosten zu 40 Prozent erstattet, soweit das Unternehmen im Fördermonat einen Umsatzausfall zwischen 40 Prozent und 70 Prozent erleidet. Bei Umsatzausfällen über 70 Prozent werden 60 Prozent der noch nicht berücksichtigten Fixkosten erstattet. Die Höhe der maximalen Förderung von 150.000 Euro für drei Monate bleibt davon unberührt.

Antragsverfahren

Die Überbrückungshilfe kann seit dem 08.07.2020 durch Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und vereidigte Buchprüfer digital bei den Ländern beantragt werden. Das Antragsverfahren ist in zwei Stufen aufgeteilt:

Stufe 1:

  • Zunächst muss der bisherige Umsatz in den Monaten April und Mai 2020 geschätzt und eine Prognose für den Förderzeitraum abgegeben werden.
  • Die erstattungsfähigen Fixkosten müssen dargestellt werden.

Stufe 2:

  • Der Steuerberater ermittelt den tatsächlichen Umsatzeinbruch für April und Mai 2020 und teilt diesen den Ländern mit. Für den jeweiligen beantragten Fördermonat sind die Umsatzeinbrüche laufend mitzuteilen.
  • Der Steuerberater hat zudem eine endgültige Fixkostenabrechnung zu erstellen, welche an die Länder übermittelt werden muss.

Ergeben sich Abweichungen von der zuvor erstellten Prognose, hat der Unternehmer die zu viel erhaltenen Zuschüsse zurückzuzahlen.

Antragsberechtigt

Unternehmen und Organisationen aus allen Wirtschaftsbereichen, soweit sie sich nicht für den Wirtschaftsstabilisierungsfonds qualifizieren und soweit sie ihre Geschäftstätigkeit in Folge der Corona-Krise anhaltend vollständig oder zu wesentlichen Teilen einstellen mussten Soloselbständige und selbständige Angehörige der Freien Berufe im Haupterwerb sind ebenfalls antragsberechtigt. Eine Einstellung der Geschäftstätigkeit vollständig oder zu wesentlichen Teilen in Folge der Corona-Krise wird angenommen, wenn der Umsatz in den Monaten April und Mai 2020 zusammengenommen um mindestens 60 Prozent gegenüber April und Mai 2019 eingebrochen ist. Bei Unternehmen, die nach April 2019 gegründet worden sind, sind statt der Monate April und Mai 2019 die Monate November und Dezember 2019 zum Vergleich heranzuziehen. Der Antragsteller darf sich am 31. Dezember 2019 gemäß EU-Definition nicht in Schwierigkeiten befunden haben. Antragsberechtigt sind auch im obigen Sinne von der Corona-Krise betroffene gemeinnützige Unternehmen und Organisationen, unabhängig von ihrer Rechtsform, die dauerhaft wirtschaftlich am Markt tätig sind (z.B. Jugendbildungsstätten, überbetriebliche Berufsbildungsstätten, Familienferienstätten). Bei diesen Unternehmen und Organisationen wird statt auf die Umsätze auf die Einnahmen (einschließlich Spenden und Mitgliedsbeiträge) abgestellt. Öffentliche Unternehmen sind von der Förderung ausgeschlossen. Dies gilt nicht für Bildungseinrichtungen der Selbstverwaltung der Wirtschaft in der Rechtsform von Körperschaften des öffentlichen Rechts (Bildungseinrichtungen der Kammern, Kreishandwerkerschaften oder Innungen). Die Zuschüsse sind zurückzuzahlen, sollte das Unternehmen nicht bis August 2020 fortgeführt werden. Eine Auszahlung der Zuschüsse an Unternehmen, die ihren Geschäftsbetrieb eingestellt oder die Insolvenz angemeldet haben, ist ausgeschlossen.

Antragsfrist

Die Antragsfristen enden jeweils spätestens am 31. August 2020 und die Auszahlungsfristen am 30. November 2020

Gerne prüfe ich für Sie, ob Sie die Antragsvoraussetzungen erfüllen und stelle den Antrag auf Corona-Überbrückungshilfe für Sie.

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