Der Bundesrat hat in der Corona-Krise für zahlreiche steuerliche Entlastungen für die Bürgerinnen und Bürger gestimmt.

Nach dem Deutschen Bundestag hat nun auch der Bundesrat dem neuen Jahressteuergesetz zugestimmt. Das Gesetz wird zum 1. Januar 2021 in Kraft treten. „Damit ist der Weg frei für zahlreiche steuerliche Entlastungen der Bürgerinnen und Bürger in der Corona-Krise, etwa beim Home-Office oder dem Ehrenamt.

Arbeiten von zu Hause steuerlich attraktiver machen

Um das Arbeiten am heimischen Arbeitsplatz steuerlich attraktiver zu machen, wird nun eine neue Home-Office-Pauschale eingeführt.

Wer im Home-Office arbeitet, soll für jeden vollen Tag einen Pauschalbetrag von 5 Euro, maximal 600 Euro im Jahr, als Werbungskosten geltend machen können. Diese werden abgezogen, wenn sie zusammen mit den weiteren Werbungskosten den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 Euro übersteigen. Der Steuerpflichtige kann einen pauschalen Betrag von fünf Euro für jeden Kalendertag abziehen, an dem er seine gesamte betriebliche oder berufliche Tätigkeit ausschließlich in der häuslichen Wohnung ausübt. Gewährt wird die Pauschale nur für Tage, an denen die Tätigkeit ausschließlich in der häuslichen Wohnung ausübt wird. Sie ist auf einen Höchstbetrag von 600 Euro im Jahr begrenzt und soll in den Jahren 2020 und 2021 gewährt werden.

Um die Pauschale zu erhalten, muss der Arbeitsplatz in der Wohnung zukünftig keine besonderen Voraussetzungen mehr erfüllen. Ob am Küchentisch, in einer Arbeitsecke oder in einem getrennten Raum gearbeitet wird, macht dafür keinen Unterschied. Arbeitnehmer, die grundsätzlich sowohl die Voraussetzungen für die neue Pauschale als auch für den aktuell geltenden Abzug für ein Arbeitszimmer erfüllen, haben damit letztlich ein Wahlrecht.

Steuerliche Verbesserungen auch für ehrenamtlich Engagierte

Darüber hinaus gibt es auch für ehrenamtlich Engagierte gute Nachrichten, denn im Bereich der Gemeinnützigkeit und des Ehrenamtes wurden weitere steuerpolitische Verbesserungen beschlossen. Hierzu gehören unter anderem:

  • Der sogenannte Übungsleiterfreibetrag war zuletzt mit Wirkung ab dem Jahr 2013 erhöht worden. Die neue Anhebung von 2.400 Euro auf nunmehr 3.000 Euro dient der Entlastung ehrenamtlich Engagierter.
  • Gleiches gilt für den Ehrenamtsfreibetrag, welcher ebenso zuletzt mit Wirkung ab dem Jahr 2013 erhöht worden ist und ab dem nächsten Jahr von 720 Euro auf 840 Euro angehoben wird.
  • Spenden und Mitgliedsbeiträge zur Förderung steuerbegünstigter Zwecke können als Sonderausgaben steuerlich geltend gemacht werden. Der Betrag, bis zu dem ein vereinfachter Zuwendungsnachweis möglich ist, wird von 200 Euro auf 300 Euro angehoben.

Weitere Neuregelungen im Rahmen des Jahressteuergesetzes

Der Bundesrat verabschiedete im Rahmen des Jahressteuergesetzes unter anderem auch diese Neuregelungen:

  • Die Zahlungsfrist für die sogenannten Corona-Sonderzahlungen wird verlängert: und zwar bis zum 30. Juni 2021. Somit können an Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aufgrund der Corona-Krise Beihilfen und Unterstützungen bis zur Höhe von 1.500Euro auch über den 31. Dezember 2020 hinaus steuerfrei gezahlt werden.
  • Alleinerziehende werden weiter steuerlich entlastet: Der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende wird ab dem Veranlagungszeitraum 2022 dauerhaft auf 4.008 Euro angehoben. Die durch das Zweite Corona-Steuerhilfegesetz eingeführte und ursprünglich auf die Kalenderjahre 2020 und 2021 begrenzte Anhebung wird damit entfristet. Im Lohnsteuerabzugsverfahren ab 2022 wird die Anhebung über die Steuerklasse II berücksichtigt.