Mit Artikel 1 des Gesetzes zur Umsetzung des Klimaschutzprogramms 2030 ist eine Steuerermäßigung nach § 35c EStG für energetische Maßnahmen bei zu eigenen Wohnzwecken genutzten Gebäuden ab 2020 neu eingeführt worden.

Berücksichtigungsfähig sind entsprechende Aufwendungen an einem in der EU / EWR belegenden, ausschließlich zu eigenen Wohnzwecken genutzten eigenen Gebäude, welches bei Durchführung der Baumaßnahmen älter als zehn Jahre ist.

Begünstigt sind dabei sowohl Arbeits- als auch Materialaufwendungen. Förderfähig sind die Aufwendungen, die unmittelbar durch die fachgerechte Durchführung der energetischen Maßnahme entstehen. Darunter fallen Aufwendungen für das Material sowie den fachgerechten Einbau bzw. die fachgerechte Installation, die Inbetriebnahme von Anlagen und die fachgerechte Verarbeitung durch das jeweilige Fachunternehmen einschließlich notwendiger Umfeldmaßnahmen (z.B. Vorbereitungsmaßnahmen wie Deinstallation und Entsorgung von Altanlagen) sowie die Kosten für die Beratungs- Planungs- und Baubegleitungsleistung durch den Energieberater. Eine Berücksichtigung der Kosten für den Energieberater ist nur möglich, wenn mindestens eine energetische Maßnahme durchgeführt wurde.

Die Steuerermäßigung kann erstmals für Maßnahmen geltend gemachten werden, die nach dem 31. Dezember 2019 begonnen wurden und die vor dem 1. Januar 2030 abgeschlossen sind.

Die Steuerermäßigung beträgt je Objekt maximal 40.000 € (Höchstbetrag) und ist wie folgt gestaffelt:

Jahr des Abschlusses der Baumaßnahme: 7 % der Aufwendungen, maximal 14.000 €
1. Folgejahr 7 % der Aufwendungen, maximal 14.000 €
2. Folgejahr 6 % der Aufwendungen, maximal 12.000 €
Gesamtbetrag der Aufwendungen 200.000 € x 20 % = Höchstbetrag: 40.000 €

 

Voraussetzungen für die Inanspruchnahme der Steuerermäßigung sind:

  1. Vorliegen eins begünstigten Objekts
    • in EU gelegen
    • zu eignen Wohnzwecken genutztes Gebäude/genutzte Eigentumswohnung
    • älter als 10 Jahre
  1. Durchführung einer förderfähigen energetischen Maßnahme
    • Wärmedämmung von Wänden
    • Wärmedämmung von Dachflächen
    • Wärmedämmung von Geschossdecken,
    • Erneuerung der Fenster und/ oder Außentür(en),
    • Erneuerung oder Einbau einer Lüftungsanlage,
    • Erneuerung der Heizungsanlage,
    • Einbau von digitalen Systemen zur energetischen Betriebs- und Verbrauchsoptimierung und Optimierung bestehender Heizungsanlagen, sofern diese älter als zwei Jahre sind.
  1. Bescheinigung eines Fachunternehmens nach amtlichem Muster

Eine nach amtlichem Muster erstellte Bescheinigung des ausführenden Fachunternehmens mit dem nachgewiesen wird, dass die Voraussetzungen des § 35c Absatz 1 Sätze 1 bis 3 EStG sowie die Anforderungen der ESanMV erfüllt sind.

  1. Rechnung und unbare Zahlung/Überweisungsbeleg

Die Rechnung muss in deutscher Sprache ausgefertigt sein und folgende Angaben enthalten:

    • förderungsfähigen energetischen Maßnahmen,
    • die Arbeitsleistung des Fachunternehmens
    • die Adresse des begünstigten Objekts
  1. kein Ausschluss der Förderung

Die Steuerermäßigung nach § 35c EStG ist vollständig ausgeschlossen, wenn für dieselbe energetische Einzelmaßnahme einschließlich der Kosten für den Energieberater

    • eine Steuerbegünstigung nach § 10f EStG für Baudenkmale oder eine Steuerermäßigung für Handwerkerleistungen oder haushaltnahe Dienstleistungen nach § 35a EStG

oder

    • ein zinsverbilligtes Darlehen (z.B. KfW-Bank) oder steuerfreie Zuschüsse nach anderen Förderprogrammen (z.B. KfW-Förderung, BAFA, landeseigener Förderbanken oder Gemeinden) beansprucht wurde.

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