Überbrückungshilfe III

Die Überbrückungshilfe III unterstützt Unternehmen und Soloselbständige, die zwischen November 2020 und Juni 2021 Umsatzeinbußen von mindestens 30 % verzeichnen mussten, mit nicht rückzahlbaren Zuschüssen zu den Fixkosten. Die Höhe der Zuschüsse richtet sich nach der Höhe des Umsatzeinbruches und beträgt bis zu 90 % der Fixkosten (maximal 1,5 Mio. Euro bzw. 3 Mio. Euro für Verbundunternehmen).

Anträge können bis zum 31. August 2021 über prüfende Dritte gestellt werden.

Weitere Informationen finden Sie in den FAQs des Bundeswirtschaftsministeriums.

Wer ist antragsberechtigt?

Die Überbrückungshilfe III richtet sich an Unternehmen, Soloselbständige sowie Freiberufler im Haupterwerb mit einem coronabedingten Umsatzausfall von mindestens 30 % im Vergleich zum Referenzmonat im Jahr 2019. Unternehmen können die Überbrückungshilfe III für jeden Monat beantragen, in dem ein entsprechender Umsatzeinbruch vorliegt.

Unternehmen, die zwischen dem 1. Januar 2019 und dem 30. April 2020 gegründet worden sind, können zwischen folgenden Vergleichsumsätzen wählen:

  • durchschnittlicher monatlicher Umsatz des Jahres 2019
  • durchschnittlicher monatlicher Umsatz der beiden Vorkrisenmonate Januar und Februar 2020
  • durchschnittlicher monatlicher Umsatz in den Monaten Juni bis September
  • monatlichen Durchschnittswert des geschätzten Jahresumsatzes, der bei der erstmaligen steuerlichen Erfassung beim zuständigen Finanzamt im „Fragebogen zur steuerlichen Erfassung“ angegeben wurde.

Unternehmen, die im Rahmen der November-/Dezemberhilfe gefördert werden, sind für diese Monate nicht antragsberechtigt. Leistungen nach der Überbrückungshilfe II für die Monate November und Dezember 2020 werden auf die Überbrückungshilfe III angerechnet.

Wie hoch ist die Überbrückungshilfe III?

Die Höhe der Zuschüsse orientiert sich am Ausfall der Umsätze. Dabei gilt: je höher der Umsatzausfall im Vergleich zum entsprechenden Vergleichsmonat des Jahres 2019, desto höher die Überbrückungshilfe. Die Überbrückungshilfe kompensiert die förderfähigen Fixkosten wie folgt:

  • 90 % der Fixkosten bei mehr als 70 % Umsatzeinbruch
  • 60 % der Fixkosten bei Umsatzrückgang zwischen 50 % und 70 %
  • 40 % der Fixkosten bei Umsatzeinbruch von mehr als 30 %
  • keine Fixkostenerstattung bei Umsatzeinbruch von weniger als 30 %.

Antragsberechtigte, die ihren Antrag über einen prüfenden Dritten stellen, erhalten bei ihrem Erstantrag als Vorauszahlung auf die endgültige Förderung eine Abschlagszahlung in Höhe von 50 % der beantragten Förderung, maximal 100.000 Euro für einen Monat.

Soloselbständige, die über die Überbrückungshilfe III keine Fixkosten geltend machen können, können eine einmalige Betriebskostenpauschale im Rahmen der sog. Neustarthilfe beantragen.

Was sind förderfähige Kosten?

Die Liste der förderfähigen Kosten umfasst unter anderem Pachten, Grundsteuern, Versicherungen, Abonnements und andere feste Ausgaben sowie Mietkosten für Fahrzeuge und Maschinen, Zinsaufwendungen, Leasingraten (Finanzierungskostenanteil), Ausgaben für Elektrizität, Wasser, Heizung etc sowie bauliche Maßnahmen zur Umsetzung von Hygienekonzepten sowie Marketing- und Werbekosten.  Personalaufwendungen, die nicht von Kurzarbeitergeld erfasst sind, werden pauschal mit 20 % der Fixkosten gefördert. Lebenshaltungskosten oder ein Unternehmerlohn sind nicht förderfähig.

Neu bei den erstattungsfähigen Kostenpositionen sind Abschreibungen auf Wirtschaftsgüter bis zu einer Höhe von 50 % sowie Investitionen in Digitalisierung. Zusätzlich zu den Umbaukosten für Hygienemaßnahmen werden Investitionen in Digitalisierung (z.B. Aufbau oder Erweiterung eines Online-Shops, Eintrittskosten bei großen Plattformen) bei den Fixkosten berücksichtigt. Für beide Bereiche werden nunmehr auch Kosten berücksichtigt, die außerhalb des Förderzeitraums entstanden sind. Konkret werden entsprechende Kosten für bauliche Maßnahmen bis zu 20.000 Euro pro Monat erstattet, die im Zeitraum März 2020 bis Juni 2021 angefallen sind. Für Digitalinvestitionen können einmalig bis zu 20.000 Euro gefördert werden.

Eine vollständige Übersicht aller förderfähigen Kosten finden Sie in den FAQs (ab Punkt 2.4 – Welche Kosten sind förderfähig?).

Für die Veranstaltungsbranche ist zusätzliche eine Förderung der Ausfall- und Vorbereitungskosten möglich. Weitere Informationen in den FAQs unter A1.5 und 2.7.

Wie erfolgt die Antragstellung?

Die Antragstellung kann nur durch sog. prüfende Dritte (Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, vereidigte Buchprüfer oder Rechtsanwält) erfolgen.

Gerne bin ich Ihnen bei der Antragstellung behilflich. Jetzt Kontakt aufnehmen.

Neustarthilfe für Soloselbständige

Alternativ zur Fixkostenerstattung über die Überbrückungshilfe III können Soloselbständige im Rahmen der sogenannten Neustarthilfe eine einmalige Betriebskostenpauschale in Höhe von bis zu 7.500 Euro beantragen. Die Neustarthilfe soll der besonderen Situation von Soloselbständigen Rechnung tragen, die oft keine Betriebskosten geltend machen können.

Die Neustarthilfe ist aufgrund ihrer Zweckbindung nicht auf Leistungen der Grundsicherung u. ä. anzurechnen.

Aktuell ist die Antragstellung nur für Soloselbständige möglich, die als natürliche Personen selbständig tätig sind. Die Antragstellung für Soloselbständige, die als Personen- oder Kapitalgesellschaften organisiert sind, soll in Kürze freigeschaltet werden.

Weitere Informationen finden Sie in den FAQs des Bundeswirtschaftsministeriums.

Wer ist antragsberechtigt?

Antragsberechtigt sind Soloselbständige, die

  • ihre selbstständige Tätigkeit im Haupterwerb (mind. 51 %) ausüben,
  • weniger als einen Angestellten (Vollzeit-Äquivalent) beschäftigen,
  • bei einem deutschen Finanzamt für steuerliche Zwecke erfasst sind,
  • keine Fixkosten in der Überbrückungshilfe III geltend gemacht haben oder geltend machen und
  • ihre selbständige Geschäftstätigkeit vor dem 1. Mai 2020 aufgenommen haben.

Die volle Betriebskostenpauschale wird gewährt, wenn der Umsatz während der sechsmonatigen Laufzeit (Januar bis Juni 2021) im Vergleich zu einem sechsmonatigen Referenzumsatz 2019 um mindestens 60 % zurückgegangen ist.

Wie sieht die Förderung aus?

Die Neustarthilfe beträgt einmalig 50 % eines sechsmonatigen Referenzumsatzes, der auf Basis des Jahresumsatzes 2019 berechnet wird, maximal aber 7.500 Euro, und wird in einem Betrag ausgezahlt.

Erst nach Ablauf des Förderzeitraums, also ab Juli 2021, wird auf Basis der tatsächlich erzielten Umsätze in den Monaten Januar bis Juni 2021 die Höhe der Neustarthilfe berechnet, auf die der Soloselbständige Anspruch hat.

Diese Endabrechnung ist bis zum 31. Dezember 2021 unaufgefordert durch den Begünstigten zu erstellen. Die soloselbständige Person darf die als Vorschuss gewährte Neustarthilfe in voller Höhe behalten, wenn sie Umsatzeinbußen von über 60 % zu verzeichnen hat. Fallen die Umsatzeinbußen geringer aus, ist die Neustarthilfe (anteilig) bis zum 30. Juni 2022 zurückzuzahlen. Sie ist somit als Liquiditätsvorschuss zu verstehen, der im Falle eines positiven Geschäftsverlaufs der Soloselbständigen Person (anteilig) zurückgezahlt werden muss.

Kombination mit anderen Hilfen

Der Förderzeitraum der Neustarthilfe (Januar bis Juni 2021) überschneidet sich nicht mit der Überbrückungshilfe II (September bis Dezember 2020) und mit der November- bzw. Dezemberhilfe (November 2020 bzw. Dezember 2020) und kann somit zusätzlich zu diesen Hilfen beantragt werden.

Die Neustarthilfe kann allerdings nicht beantragt werden, wenn Überbrückungshilfe III in Anspruch genommen wird und umgekehrt. Die Antragstellenden müssen sich entscheiden, ob sie die Neustarthilfe oder die Überbrückungshilfe III in Anspruch nehmen wollen.

Wie erfolgt die Antragstellung?

Bisher ist eine Beantragung nur durch den Soloselbstständigen selbst und durch Nutzung eines Elster-Zertifikats möglich.